Seit Mittwochmittag ist es möglich, dass Unternehmen die Ansicht ihrer Facebook-Seite auf das neue Design umstellen können. Dieses wurde schon vor ein paar Monaten für die persönlichen Facebook-Profile eingeführt, Facebook-Seiten ziehen nun mit neuen Funktionen nach.
Für die von mir betreuten Facebook-Seiten von flinc (Facebook-Seite) und dem Leichtathletik-Blog (Facebook-Seite) habe ich die Umstellung schon mal vorgenommen.
Nachfolgend möchte ich kurz auf ein paar wichtige Änderungen hinweisen, die nicht auf den ersten Blick erkenntlich sind.
Zwangsumstellung
Facebook macht Ernst. Am 30.03.2012 werden alle Facebook-Seiten automatisch auf das neue Design umgestellt. Der Übergangszeitraum ist also wesentlich kürzer als bei den persönlichen Profilen. Ein Monat bleibt Zeit, sich mit den neuen Funktionen auseinanderzusetzen und die Umstellung vorzubereiten. Die manuelle Umstellung erfolgt mit einem Klick. Man sollte aber mindestens ein Titelbild und ein neues Profilbild zur Verfügung haben. Denn ohne sieht der Kopfbereich der Facebook-Seite ein wenig komisch und unprofessionell aus.
Achtung bei Titelbildern
Facebook gibt Bildern mit dem neuen Design einen höheren Stellenwert. Besonders das Titelbild ermöglicht es Betreibern von Facebook-Seiten nun besser mit Bildern Stimmungen zu transportieren. Bei der Verwendung von Titelbildern oder Bildern im Allgemeinen empfehle ich, sich folgenden Artikel auf allfacebook.de zu lesen: „Facebook Chronik: Was Sie bei Coverbildern der neuen Facebook-Timeline rechtlich beachten müssen.“ Dieser setzt sich mit den rechtlichen Bedingungen bei der Verwendung von Bildern auseinander. Dort warten noch mehr Stolperfallen für Facebook-Seiten Betreiber.
Für die neuen Titelbilder gibt Facebook folgende Maßen vor:
Titelfotos sind 851 Pixel breit und 315 Pixel hoch. Wenn du ein Bild mit kleineren Abmessungen hochlädst, wird es auf diese größeren Abmessungen angepasst. Das hochgeladene Bild muss mindestens 399 Pixel breit sein.
Im Bezug auf die Titelbilder gibt es vor allem für Unternehmen eine weitere Stolperfalle. Facebook verbietet einige Formen und Arten von Titelbildern. Diese Informationen findet man im Facebook Hilfebereich. Ein Titelbild darf folgende Dinge NICHT enthalten:
- Preise oder Kaufinformationen, z. B. „40% Nachlass“ oder „Auf unserer Webseite herunterladen“.
- Kontaktinformationen wie Internetadresse, E-Mail, Postadresse. Diese Informationen gehören in den Info-Bereich der Facebook-Seite.
- Aufforderungen zum „Gefällt mir“ oder „Teilen“ sowie beliebige andere Facebook-Funktionen.
- Handlungsaufrufe wie „Jetzt kaufen“ oder „Erzähle deinen Freunden davon“.
- Titelbilder dürfen nicht falsch, irreführend oder zu viel versprechend sein.
- Der Nutzer darf nicht ermutigt werden, das Titelbild der Facebook-Seite in seiner persönliche Chronik zu veröffentlichen.
Kai Thrun hat diese Punkte in seinem Blogpost „Facebook Titelbild: Diese Dinge sind nicht erlaubt“ anschaulich bebildert.
Alle Unternehmen und Agenturen, die sich jetzt schon über eine neue Plakatfläche gefreut haben, werden nun umdenken und sich eher nach Bildern umschauen müssen, die einfach nur Stimmung oder das Gefühl der Marke rüberbringen.
Änderung des Profilbildes
Bei der Umstellung der Facebook-Seite auf das neue Design gibt es auch Änderungen beim Profilbild zu beachten. Profilbilder werden jetzt nur noch quadratisch dargestellt. Facebook empfiehlt ein quadratisches Bild von mindestens 180×180 Pixel zu wählen. Damit fällt die Auswahl des Ausschnittes für das Profilbild weg. Die verkleinerte Darstellung zum Beispiel neben den Posts im Facebook-Stream wird einfach skaliert.
Moderationsmodus
Neben den Änderungen des Designs wurden auch ein paar neue Funktionen für Facebook-Seiten freigeschaltet. Die wichtigste aus Unternehmenssicht ist sicherlich der „Moderationsmodus“. Betreiber von Facebook-Seiten können nun in der Administrationsansicht folgende Einstellung setzen:
Aktiviert man diese Option, laufen alle Kommentare, die von Besuchern der Seite veröffentlich werden oder Beiträge in denen der Seitenname erwähnt wird nicht direkt in der Chronik auf. Sie erscheinen erstmal nur in der „Aktivitätensansicht“ der Facebook-Seite. Dort können sie dann nach einer Prüfung durch den Administrator freigeschaltet werden.
Achtung! Meine Empfehlung für Seitenbetreiber: Diese Option nicht standardmäßig aktivieren. Zum einen erhöht sie den Administrationsaufwand, den man für die Seite betreiben muss, zum anderen sieht man sich schnell der Gefahr ausgesetzt, dass einem der Vorwurf der „Zensur“ entgegen gebracht wird.
In kann mir sehr gut vorstellen, dass die Möglichkeit besteht, dass unliebsame Äußerungen gegenüber dem Seitenbetreiber vom Moderatorenteam nicht freigegeben werden, obwohl sie nicht gegen die „Netiquette“ verstoßen.
Nutzer haben in der Vergangenheit die öffentliche Kommunikation der Pinnwände genutzt; um auf Missstände aufmerksam zu machen und damit quasi eine Öffentlichkeit für diese Themen erzeugt. Eine Reaktion zu den Missständen wurde damit erzwungen. Meiner Meinung nach hatte dies das Potential dass Unternehmen sich teilweise ihrer Verantwortung stellen mussten und ein Umdenken innerhalb des Unternehmens konnte damit angestoßen werden. Die Probleme ließen sich nicht so einfach unter den “Facebook-Teppich” kehren.
Mein „Nutzer-Herz“ weinte schon ein wenig, als ich diese Option in den Einstellung fand. Meiner Meinung nach, fügt diese Option der öffentlichen Kommunikation auf Facebook nun einen faden Beigeschmack zu.
Deshalb: Für mehr Transparenz und gegen die Aktivierung dieser Funktion!
Die bisherige Vorgehensweise mit Kommunikationsregeln („Netiquette“) für eine Facebook-Seite und der damit verbundenen Transparenz beim Ausblenden von nicht-konformen Beiträgen, fand ich viel ansprechender. Auch aus Unternehmenssicht. Aber vielleicht bin ich da auch einfach ein wenig zu blauäugig
Mirko Lange von talkabout communications betrachtet diese Funktion aus einem anderen Blickwinkel. Nachlesen kann man dies in diesen beiden Blogposts: „Die neuen Funktionen bei Facebook sind ein echter Gamechanger – Zumindest für die Unternehmen“ und „Neue Facebook-Timeline, die Zweite: “Wir sind die 99 Prozent”. Oder: Facebook-Hijacking ist kein Dialog!“
Nachrichten-Funktion
Ein weiteres neues Feature ist die „Nachrichten“-Funktion. Besuchern der Facebook-Seite ist es nun möglich, eine private Konversation mit den Seitenbetreibern zu führen. Diese Funktion finde ich sehr sinnvoll, da es den Medienbruch verhindert. Früher musste man seine „Fans“ darauf hinweisen, dass sie doch bei speziellen Fragen, die zum Beispiel Kontaktdaten und Nutzerdaten benötigten, auf E-Mail oder Telefon ausweichen sollten. Nun ist es möglich direkt über die Seite private Nachrichten auszutauschen.
Für Betreiber von Facebook-Seiten ist wichtig zu wissen: Die Konversation kann nur durch den Besucher der Seite gestartet werden. Das „zuspammen“ der Nutzer mit privaten Nachrichten ist also — glücklicherweise — nicht möglich.

Du hast oben glaub den falschen Beitrag von uns verlinkt.
Wie recht du doch hast
Vielen Dank für den Input. Ist geändert!
Pingback: talkabout » Die neuen Funktionen bei Facebook sind ein echter Gamechanger – zumindest für die Unternehmen:
Pingback: Sicher und entspannt streiken — Unsere Kalenderwoche 9 - flinc | flinc Teamblog
Pingback: DS 1: „Facebook hat von Social Media keine Ahnung“ | Datastream Podcast